KARATE

06.09.2017

KARATE

Eignung von Karate

Ist Karate zur Selbstverteidigung geeignet?

Das Karate lernen stellt eine zweifellos effektive Möglichkeit der Selbstverteidigung dar, wobei die Techniken im Ernstfall nur von einem erfahrenen Karateka angewandt werden sollten, welcher die Auswirkungen eines Treffers gut genug abschätzen kann. Selbstverteidigung darf nur nach dem „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ angewandt werden. 

Körperliches Training

Die Option, die eigene körperliche Konstitution durch das Karate lernen zu verbessern, bietet ebenfalls gute Erfolgschancen. Durch die Vielfalt an unterschiedlichen Techniken werden fast alle Muskelgruppen angesprochen und ein besonderer Fokus liegt auf der Schnellkraft, also auf der Beschleunigung der Hände und Füße aus dem Stillstand. Im Shōtōkan, welches von den meisten Dojos unterrichtet wird, trainieren die tiefen Stände außerdem die Oberschenkelmuskulatur auf eine sehr intensive Art.

Körperliche Voraussetzungen

Für das Karatetraining in einem Verein gibt es keine Beschränkungen, was Alter, Gewicht oder Geschlecht angeht. Der Karateka kann hier mit den Anderen trainieren, solange seine körperliche Verfassung die Ausführung der Bewegungen erlaubt, was oft bis ins hohe Alter möglich ist. Der Japaner Kanazawa beispielsweise führte mit über 80 Jahren immer noch Lehrgänge selbst durch. Lediglich für die Teilnahme an Meisterschaften und anderen Wettkämpfen benötigt Ihr eine enorme körperliche Fitness, wie sie im höheren Alter nicht mehr erreicht werden kann.

Wie lange dauert es, eine solide Grundkenntnis zu erlangen?

Die größere Hürde wird anfangs Euer Körper bilden, da Ihr Muskelgruppen ansprecht, welche Ihr im Alltag nicht braucht. Schämt Euch also nicht, wenn Ihr nach den ersten Trainingsstunden dank eines Muskelkaters weder normal laufen noch sitzen könnt und reduziert in dieser Zeit einfach andere Aktivitäten. Nach einigen Wochen beginnen die Muskeln, sich an die neue Belastung zu gewöhnen und Ihr könnt wieder Eurem gewohnten Wochenablauf nachgehen.

Wenn Ihr diese körperliche Hürde überwunden habt, kommt noch die Geistige hinzu. Das bedeutet, dass Ihr Teile einer anderen Sprache lernt, Eurem Geist die gleiche Konzentration aufzwingt wie Eurem Körper und Euch trotz gelegentlich auftretender Unlust dennoch ins Training bewegt.

Karate lernen heißt also in erster Linie, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen zu zeigen. Wenn es Euch gelingt, all die inneren und äußeren Schweinehunde zu besiegen, dann solltet Ihr nach 9 bis 12 Monaten in der Lage sein, am Training effektiv teilzunehmen. Als „Richtwert“ für einen Anfänger, dass er nicht mehr zu den absoluten Neulingen gehört, wird gern die Prüfung zum 8. Kyū genannt, wobei das nicht pauschal beurteilt werden kann. Es ist und bleibt halt doch jeder Mensch einzigartig.