Wado Kai Lehrgang in Berlin mit Sensei Imai und Okumachi

29.03.2005, mit Fotogalerie

Wado Kai Lehrgang in Berlin mit Sensei Imai und Okumachi
Dr.Alexander Hevesi , Sensei Imai , Sensei Okumachi , und Jaeger Anton

Sportunion Karatekas in Berlin

Am 24 März sind  Dr.Hevesi Alexander und Anton Jäger nach Berlin geflogen um sich zu beteilligen an eine der Größte Wado Kai Karate Events des Jahres : Osterlehrgang mit Sensei Imai 7 Dan und Okumachi 6 Dan (Japanische Kata wado Kai National Manschaft Trainer ).

Was vom Berliner Karate Verband und Wadokai Deutschland Sohonbu als zentraler Wado Osterlehrgang ausgeschrieben war, lockte TeilnehmerInnen aus zehn deutschen Bundesländern, der Schweiz, Österreich, Ungarn und Rumänien in die Hauptstadt. An drei Tagen gab es insgesamt neun Trainingseinheiten plus Kyu-Prüfung in der Wilmersdorfer Werner-Ruhemann-Sporthalle. Der vierte Lehrgangstag war der Danprüfung vorbehalten. Wer wollte, konnte also pro Tag satte sechs Stunden unter der Anleitung von Koji Okumachi (6.Dan), Shuzo Imai (7.Dan) und Peter Wirbeleit (6.Dan) Karate machen. Und es wollten Viele: fast jeder zweite Karateka besuchte alle drei Tage des Lehrganges. Andere stellten sich mit den einzeln buchbaren Trainingseinheiten einen individuellen Plan zusammen und ergänzten manchmal noch spontan um einen weiteren Tag – verführt durch das Training und die Campus-Atmosphäre, die in den viel zu kurzen Pausen zum Ausruhen auf der Wiese einlud und von der überstürzten Zufuhr von Salamibroten, Bananen und der anschließenden Reinigung des Gi-Hosenbodens geprägt war.
Was macht einen Lehrgang gut? Sicherlich ist es wichtig, die Erwartungen der TeilnehmerInnen zu erfüllen und alle Programmpunkte abzuarbeiten. Doch sind es nicht die kleinen Erkenntnisse am Rande, die so viel mehr Wert sein können als das Gefühl, nur ein bestimmtes Pensum absolviert zu haben? Anregungen aus dem Kihon-Block nahm Christian, 2. Dan aus Berlin, für sich mit nach Hause: »Auch nach zwanzig Jahren Karate gibt es noch jede Menge zum Jun Zuki zu lernen.« Für die Blaugurtin Andrea war das Tanto Tori noch unbekannt und spannend und Gerd aus Heidelberg, frischgebackener Gelbgurt, begibt sich neuerdings auf die Suche nach der eigenen Achse.
Aus der Vielfalt traditioneller Wado-Basics gab es ein breites Angebot, das dem Anspruch als zentraler Lehrgang gerecht wurde: Ohyo Kumite, Kihon Kumite, Tanto Tori, Idori und natürlich Kata. Vielleicht hätte das Bunkai für manchen Teilnehmer intensiver sein können – was sich auch aus dem für japanische Verhältnisse geringeren Stellenwert von Bunkai ableiten lässt – so waren doch sämtliche Trainingseinheiten hoch frequentiert. Auch wenn uns analytischen Europäern das japanische Karate manchmal fremd erscheint, so Peter Wirbeleit, gehört neben dem gemeinsamen Training auch das zu einem Lehrgang: der Austausch über Inhalte, die Neugier, über den eigenen Horizont hinaus zu schauen und gemeinsam das Wado lebendig zu halten.
Koji Okumachi, dessen Anwesenheit wir der Karate-Manga-Leidenschaft in seiner Kindheit zu verdanken haben, und der in Tokyo jetzt an der Quelle ist, vermittelt sein Wissen gerne auf Lehrgängen, erzählt er. Das japanische Training konzentriere sich sehr auf die kontinuierliche Wiederholung von Grundtechniken und sei eher auf den Wettkampf fokussiert. An deutschem Karate finde er die Vielfalt an Partnerübungen gut. – Uns allen gemein ist das Ziel, gutes Karate zu machen. Aber was ist das eigentlich, ein guter Karateka? »Eine schwierige Frage!« Koji Okumachi lacht. Er zählt drei Eigenschaften auf, die einen guten Karateka ausmachen: Selbstbewusstsein, Weichheit und Offenheit. Dass Offenheit auch ein Brückenschlag zur Kunst sein kann, lässt uns Shuzo Imai mit seiner Shakuhachi erfahren. – Ein Lehrgang mit Panorama-Blick.
Quelle: Elena Kounadis